Shared Services Wettbewerb: Die besten Dienstleistungszentren ausgezeichnet
Auszeichnungen in Berlin überreicht: Projekte vom Bürgertelefon bis zum Zentraleinkauf geehrt


Die Preisträger des SSC-Wettbewerbs

Im Rahmen der Messe Moderner Staat 2008 wurden heute, rund zwei Wochen vor dem nationalen IT-Gipfel, die Siegerprojekte im Wettbewerb "Shared Services – Die besten Dienstleistungszentren in der öffentlichen Verwaltung" ausgezeichnet. Der Preis in der Kategorie "Bestes Konzept" ging an das Logistik Zentrum Niedersachsen. In der Kategorie "Beste Umsetzung" teilen sich drei Siegerprojekte den ersten Platz: das IT-Dienstleistungszentrum Berlin mit dem Berlin-Telefon, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit dem Projekt 'Zentrale Einkaufskoordination' sowie der IT-Dienstleister Dataport aus Schleswig-Holstein als Erfolgsbeispiel für eine horizontale wie vertikale Verwaltungskooperation.
Bei der Bewertung der eingereichten Projekte legte die Jury sowohl Wert auf organisatorische wie auch auf wirtschaftliche und technische Aspekte. Überreicht wurden die Auszeichnungen von den beiden Schirmherren des Wettbewerbs: Dr. Hans Bernhard Beus, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, und Rainer Christian Beutel, Vorstand der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt).
Der bundesweit ausgeschriebene Wettbewerb wurde von der SAP Deutschland mit dem Ziel initiiert, innovative Ideen und Konzepte zur Verwaltungsmodernisierung zu fördern und erfolgreiche Pionierprojekte auszuzeichnen. Innovative Dienstleistungen und eine nachhaltige Modernisierung der Verwaltung sind beim nationalen IT-Gipfel am 20. November zentrale Schwerpunktthemen.
Der Aufbau von behörden- und ressortübergreifenden Kompetenz- und Dienstleistungszentren ist ein Kernprojekt des vom Bundeskabinett beschlossenen Umsetzungsplans 2007 zum Regierungsprogramm 'Zukunftsorientierte Verwaltung' durch Innovationen. Der Shared Services Wettbewerb soll wichtige Impulse für die Realisierung von Dienstleistungszentren in Deutschland setzen, indem erfolgreiche Projekte als Vorbilder für andere Verwaltungsorganisationen ausgezeichnet werden. Die Begutachtung erfolgte durch eine unabhängige Jury, die mit Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Medien besetzt war.
Die Auszeichnungswürdigkeit begründet sich insbesondere durch Kriterien wie Umfang und Ziele des Vorhabens, Ausrichtung der Prozesse und Organisation, Veränderungsmanagement, IT-Unterstützung sowie die strategische und operative Steuerung des Dienstleistungszentrums. An dem Wettbewerb nahmen Verwaltungsorganisationen aus ganz Deutschland teil, wobei Projekte aus dem kommunalen Bereich besonders zahlreich vertreten waren.
Dass die Auszeichnung der Siegerprojekte genau zwei Wochen vor dem IT-Gipfel stattfindet, ist kein Zufall. Die Bundesregierung hat sich in der Hannoverschen Erklärung – dem Abschlussdokument des IT-Gipfels – im vergangenen Jahr ein klares Ziel gesetzt: Deutschland soll hinsichtlich IKT-gestützter Verwaltung und Justiz bis 2010 unter die TOP 3 in Europa kommen. Zahlreiche Projekte im Rahmen des IT-Gipfels, insbesondere jedoch Forschungsvorhaben wie Theseus setzen entsprechende Impulse. Die im Shared Services Wettbewerb ausgezeichneten Projekte belegen vorbildhaft, wie sich innovative Dienstleistungen und Verwaltungsmodernisierung in der Praxis umsetzen lassen.
Medienpartner der Veranstaltung Moderner Staat und des SAP Shared Service-Wettbewerbs ist der Behörden Spiegel und die Fachzeitschrift Financial Times.

Gewinner in der Kategorie 'Bestes Konzept'

Logistik Zentrum Niedersachsen spart Steuergelder durch intelligenten Einkauf

Die Auszeichnung in der Kategorie 'Bestes Konzept' ging an das Logistik Zentrum Niedersachsen (LZN). Der Landesbetrieb erledigt zur Zeit für die Polizei in Niedersachsen sowie für die Länder Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern die Beschaffung sowie die Belieferung mit Dienstkleidung und Ausrüstung. Für die Beschaffung von Dienstkleidung der Justiz- und Forstverwaltung wird ein länderüber-greifender Verbund aufgebaut. Weiterhin ist die Beschaffung aller Waren und Dienstleistungen der gesamten niedersächsischen Landesverwaltung geplant. Die Umsatzerwartung für das LZN liegt bei jährlich 80 Millionen Euro. Deutliche Einsparungen werden erwartet. Wichtige Elemente des Konzepts sind: Bündelung und Standardisierung der Beschaffung, Bestellung über einen elektronischen Warenkorb, Ersetzen von Zwischenlagern durch direkte Warenanlieferung beim Empfänger sowie die Reduzierung der Vergabekosten durch die Abwicklung von Ausschreibungen über eine elektronische Vergabeplattform.

Gewinner in der Kategorie 'Beste Umsetzung'

Service für den Bürger: Berlin Telefon des IT-Dienstleistungszentrums Berlin

Unter Würdigung des bürgerorientierten Ansatzes rund um das Service- und Auskunftscenter Berlin Telefon erhielt das IT-Dienstleistungszentrum eine Auszeichnung in der Kategorie 'Beste Umsetzung'. Seit 2007 nimmt das Berlin Telefon mit 98 Mitarbeitern pro Jahr über 6 Millionen Anrufe von Bürgern entgegen. Dem Berlin Telefon sind alle wichtigen Verwaltungseinrichtungen Berlins angeschlossen – per Telefon können die Berliner ihre Verwaltung nun von Montag bis Freitag jederzeit zwischen 7:00 und 19:00 Uhr erreichen.
Das Besondere am Berlin Telefon: Es ist nicht nur eine Hotline für die öffentliche Verwaltung, sondern ermöglicht die qualifizierte Bearbeitung von Anfragen und ist mit den Fachverfahren der teilnehmenden Behörden verknüpft. Seit 2006 läuft diese Fachintegration bereits mit dem Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten und soll in den kommenden Jahren stufenweise auf weitere Behörden ausgedehnt werden.

Dataport – der sichere Hafen für IT-Dienstleistungen in Norddeutschland

In der Kategorie 'Beste Umsetzung' vergab die Jury einen weiteren ersten Platz an den IT-Dienstleister Dataport. Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren als IT-Kompetenzzentrum für die öffentliche Verwaltung in Schleswig-Hostein, Hamburg und Bremen sowie für die Steuerverwaltung in Mecklenburg-Vorpommern etabliert. Mit rund 1600 Mitarbeitern und einem Umsatz von 234 Millionen Euro (2007) ist Dataport heute ein Full-Service-Dienstleister rund um das Thema IT. Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem der Komplett-Support für Büroarbeitsplätze, die Bereitstellung von modernen, sicheren Netzinfrastrukturen mit hohen Bandbreiten sowie eine zukunftsweisende Anwendungsentwicklung und ein überzeugendes Projektmanagement. Letztere werden durch die Verbindung von IT-Kompetenz und die Kenntnis der fachlichen Kundenanforderungen ermöglicht. Durch den länderübergreifenden Ansatz und die starke Bündelung der Leistungen konnte Dataport signifikante Kosteneinsparungen für die öffentliche Verwaltung realisieren.

Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Einkaufen mit System

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) wird von den neun kreisfreien Städten und 18 Landkreisen in der Region getragen und arbeitet als Kommunalverband mit 13.000 Beschäftigten und einem Haushaltsvolumen von 2,3 Milliarden Euro für rund 8,5 Millionen Menschen. Zu seinem Aufgabenspektrum gehören Förderschulen, Krankenhäuser, Museen und weitere Aufgaben im sozialen Bereich. Für sein Projekt 'Zentrale Einkaufskoordination' (ZEK) wurde der Verband von der Jury ebenfalls mit einem ersten Platz in der Kategorie 'Beste Umsetzung' ausgezeichnet. Seit der Inbetriebnahme der ZEK im Jahre 2003 gelang es dem LWL, durch Prozessoptimierungen und Nachfragebündelungen Einsparungen in Höhe von 13 Prozent des Einkaufsvolumens zu erzielen.
Seit 2006 wird die Zentrale Einkaufskoordination IT-seitig von einem elektronischen Vergabemanagementsystem unterstützt, das alle relevanten Vergabeprozesse abbildet und eine Vergabeplattform bereitstellt, über die die gesamte Auftraggeber- und Bieterkommunikation während eines Verfahrens abgewickelt werden kann. Um die weitere Entwicklung des zentralen Einkaufs noch besser steuern zu können, nahm der Landschaftsverband zu Beginn dieses Jahres ein Controlling-Instrument in Betrieb, welches in seiner Methodik an die Balanced Scorecard angelehnt ist.

"Bei den ausgezeichneten Projekten haben die Jury vor allem die hohe Bürger- beziehungsweise Kundenorientierung, die Kooperation über alle Verwaltungsebenen und -grenzen hinaus sowie die pragmatische und umsetzungsorientierte Herangehensweise überzeugt", erläutert Rainer Christian Beutel, Vorstand der KGSt stellvertretend für die Jury.

Intelligente Arbeitsteilung als Vorbild

"Die öffentliche Verwaltung in Deutschland steht heute vor großen Herausforderungen, denn sie muss mit knappen finanziellen und personellen Ressourcen immer anspruchsvollere Aufgaben bewältigen", sagt Dr. Ralph-Peter Rembor, Leiter des Geschäftsbereichs Öffentliche Verwaltung bei SAP Deutschland. "Die Projekte, die jetzt im Shared Services Wettbewerb ausgezeichnet wurden, zeigen beispielhaft, wie die Aufgaben gelöst werden können und sind dadurch Vorbild für Verwaltungsorganisationen auf allen Ebenen. Sie sind in der Tat 'Die besten Dienstleistungszentren in der öffentlichen Verwaltung'."